Wildkräuter

Alle enthaltenen Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen niedergeschrieben, sorgfältig geprüft und recherchiert. Die Autorin übernimmt keinerlei Haftung für unsachgemäße oder fahrlässige Handlungen der Leser. Im Zweifelsfall ist von einer Selbstmedikation abzuraten und ein Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen. Vor dem Sammeln sind immer die regionalen Artenschutzbestimmungen zu beachten. Ich bitte im Allgemeinen um respektvollen Umgang mit der Natur.

Wildkraut: Haselnussblüten

Haselblüte (männl.)

 

Beschreibung:
Nicht nur die Haselnüsse sind durch zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und hochwertiges Eiweiß für eine gesunde Ernährung wichtig. Im frühen Frühjahr können die Blätter den Salat bereichern oder sie werden mit anderen Wildkräutern zu Spinat verarbeitet.

Rezepte/Tipps:

  • Ein Tee aus Haselblättern wirkt sowohl blutreinigend als auch blutstillend.
  • Ein Tee aus Haselrinde wirkt fiebersenkend.
  • Auch die Blütenkätzchen können als Tee aufgebrüht werden. Er wirkt schweißtreibend und ist perfekt für die Frühjahrskur geeignet. Die Blütenkätzchen können auch als Tinktur angesetzt werden.

Tee
2 Teelöffel frische Blätter mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser überbrühen und ca. 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Danach in kleinen Schlucken trinken, bis zu 3 Tassen täglich.

Die Rinde im Frühjahr von den Ästen schälen und trocknen. Für den Tee 1 Esslöffel zerkleinerte Rinde mit kaltem Wasser aufsetzen
und aufkochen. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und 1 Tasse täglich in kleinen Schlucken trinken.

1 Esslöffel Blütenkätzchen  mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser überbrühen und ca. 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen.
Danach in kleinen Schlucken trinken, bis zu 3 Tassen täglich.


 

Wildkraut: Gänseblümchen

Beschreibung:
Gänseblümchen können Sie ganzjährig ernten und verwenden. Die Hauptsaison ist zwar der Frühling, aber auf einem regelmäßig gemähten Rasen wachsen die Gänseblümchen schnell nach. Da Gänseblümchen keine Doppelgänger haben, können sie gefahrlos geerntet werden. Das Gänseblümchen wurde zum Heilkraut des Jahres 2017 gewählt. Es enthält viele Mineralien, Vitamine, Gerbstoffe und ätherische Öle.

Vom Gänseblümchen schmecken die Blüten etwas herb und nussig. Die Blätter können geerntet werden wie Feldsalat und die Knospen schmecken hervorragend, wenn sie wie Kapern eingelegt werden. Gänseblümchen sehen immer die Sonne an: Morgens schauen sie nach Osten, am Abend nach Westen. Sie sind auch Wetterpropheten: Wenn Regen droht, schließen sie ihre Blütenköpfchen.

Rezepte/Tipps:

  • Gänseblümchenblüten eigenen sich hervorragend, um Salz damit anzureichern.
  • Kinder lieben Quarkbutterbrote, die mit Gänseblümchenblüten verziert sind, besonders, wenn sie diese selbst gepflückt haben.
  • Bunter Blütenquark:
    250 g Magerquark
    2 EL Bio-Waldhonig
    6 EL Milch
    2 Hand voll Gänseblümchenblüten
    Damit der Blütenquark auch bunt wird, Veilchenblüten, Löwenzahnblüten oder Taubnessel hinzufügen und alles gut vermengen.
  • Feld- und Wiesensalat
    je 1 Handvoll Gänseblümchenblätter und -Blüten
    4 EL Speckwürfel
    Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Olivenöl
    Den Speck in der Pfanne langsam knusprig braten. Die Blätter und Blüten mit den Gewürzen anmachen und den Speck darüber streuen.

Wildkraut: Schlüsselblume

 

Beschreibung:
Wenn wir Glück haben, blühen die ersten Schlüsselblumen bereits im Februar. Leider finden wir die zarten Pflänzchen heute nur noch selten. Sie stehen unter Naturschutz, daher ist es sinnvoll, sie im eigenen Garten anzubauen. Die Wurzeln dürfen nicht gesammelt werden.

Schlüsselblumen darf man auch essen. Sie Blüten sind süß wie Honig machen jede Süßspeise auch zum Augenschmaus. Die Blätter eignen sich zusammen mit anderen Wildkräutern wie z.B. Schlangenknöterich, guter Heinrich oder Wiesenbärenklau wunderbar für einen bunten Salat. Schlüsselblumenblätter sorgen für eine verbesserte Aufnahme von Magnesium. Wer die Blätter nicht als Salat verzehren möchte, kann sie wie Spinat kochen.

Blüten und Blätter gelten auch als Heilpflanze und haben eine schleimlösende Wirkung und sind in jedem Hustentee zu finden.

Hildegard von Bingen gab der Schlüsselblume auch den Namen Himmelsschllllüssel.

 

Rezepte/Tipps:

  • Schlüsselblumensuppe
    300 g Schlüsselblumenblätter, säubern und in schmale Streifen schneiden
    1 Bund Lauchzwiebeln, in feine Ringe schneiden
    20 g Butter
    250 g Kartoffeln, schälen und fein raspeln
    20 Blütenblätter von der Schlüsselblume
    1 Liter Gemüsebrühe
    50 ml Sahne
    Pfeffer und Salz zum Abschmecken, 1 Prise Muskat
  • Butter erhitzen, Lauchzwiebeln, Schlüsselblumenblätter und Kartoffeln hinzugeben, kurz dünsten lassen und mit Brühe ablöschen. Die
    Suppe ca. 20 Minuten leicht köcheln lassen. Bei Bedarf etwas pürieren. Die Sahne hinzufügen und abschmecken. Zum Schluss die Blüten-
    Blättchen auf die Suppe streuen.

 

  • Schlüsselblumen-Likör
    5 Handvoll Schlüsselblumenblüten
    2 Liter Schnaps 37,5 %, Wodka oder Korn
    1 Stange Zimt
    5 Sternanis
    Kandiszucker (nach Geschmack)

  • Blüten und Gewürze in eine Flasche geben und mit dem Schnaps auffüllen. Alle Blüten müssen mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Den Ansatz ca. 4 Wochen stehen lassen und täglich schütteln. Den Schnaps abgießen, auffangen. Die verbliebenen Blüten mit Wasser auffüllen und noch einmal 14 Tage ziehen lassen. Jetzt je nach Geschmack den Kandiszucker hinzugeben und gut schütteln. Den Schnaps mit dem Schlüsselblumenaroma, das gesüßte Wasser mit dem restlichen Schnaps zusammenfügen und in Flaschen abfüllen. Den gesamten Ansatz vor dem Genuss noch einmal  ein paar Wochen reifen lassen.

 


Wildkraut: Huflattich

Huflattich

Beschreibung:
Huflattich ist eine sehr anspruchslose Pionierpflanze und er wächst auf Schutt, an Wegrändern, auf Brachflächen und an Flussufern. Er schiebt seine gelben Blüten im zeitigen Frühjahr, oft schon im Februar, aus dem Boden. Die Blätter erscheinen erst nach der Blütezeit, wenn die Blüten schon zu verblühen beginnen. Der Huflattich enthält neben ätherischen Ölen Schleim-, Gerb-, Bitterstoffe und Pyrrolizidinalkaloide. Daher sollte die Anwendung von Huflattich einen Zeitraum vom 4 Wochen nicht überschreiten. Schwangere und Stillende sollten auf Huflattich verzichten.

Gesammelt werden die Blüten ab Februar und die jungen Blätter ab April. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit den Blättern Pestwurz.
Daher sollte nur dort gesammelt werden, wo man vorher die Blüten lokalisieren konnte.

Rezepte/Tipps:
Die Huflattich-Blüten schmecken süßlich und erinnern etwas an grünen Spargel. Er kann roh im Salat, gekocht als Pfannengemüse oder getrocknet als Heiltee gegen Erkältungskrankheiten und Husten verwendet werden.

  • Blütenbrot

1 Handvoll Huflattich-Knospen und -Blüten

1 Butterbrot

Knospen und Blüten fein schneiden, das Butterbrot damit belegen, fertig.

  • Huflattich-Honig

Huflattich-Blüten in ein Schraubdeckglas füllen, mit Honig aufgießen, bis alle Blüten bedeckt sind. Den Ansatz ca. 4 Wochen stehen

lassen, dabei immer wieder vorsichtig schütteln. Den fertigen Honig in en frisches, sterilisiertes Glas filtern.


Wildkraut: Bärlauch

Bärlauch

Beschreibung:
Ab März können die stark nach Knoblauch duftenden Blätter des Bärlauchs geerntet werden. Bärlauch entfaltet seine Wirkung nur, wenn er frisch verarbeitet und genossen wird. Die Blätter zu Pesto verarbeitet, als Brotbelag, in Kräuterbutter oder -quark oder in Saucen oder als Ergänzung von Gemüsegerichten gehört Bärlauch im Frühling unbedingt auf den Speiseplan. Der Bärlauch schmeckt zwar sehr nach Knoblauch, aber er entwickelt nicht den typischen Knoblauchduft in der Atemluft.

Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung hilft Bärlauch bei Magen- und Darmstörungen und hilft, den Cholesterinspiegel zu senken. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen gehört Bärlauch in jede Frühjahrskur.

Rezepte/Tipps:
Beim Sammeln ist unbedingt darauf zu achten, dass der Bärlauch nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt wird. Bärlauch ist nur Bärlauch, wenn er beim Knicken der Blätter eindeutig nach Knoblauch riecht. Wer sich unsicher ist, lieber nicht ernten.

  • Bärlauch-Öl
    Frische Bärlauch-Blätter kleinschneiden und mit kalt gepresstem Olivenöl übergießen. Alle Blätter müssen mit dem Öl bedeckt sein. Der Ansatz sollte ca. 2 – 3 Wochen ziehen und ist danach z. B. als Salatöl einsetzbar.
  • Bärlauch-Tinktur
    Frische Bärlauch-Blätter kleinschneiden und in ein sauberes Schraubdeckelglas füllen. Anschließend das Glas mit 38 bis 30 %igem Alkohol auffüllen, bis alle Blätter bedeckt sind. Der Ansatz sollte 3 Wochen an einem warmen Ort ziehen. Gelegentlich den Ansatz vorsichtig umschütteln. Die fertige Tinktur in eine dunkle Tropfflasche filtern. Von der Tinktur täglich 3 x 10 Tropfen mit Wasser verdünnt vor den Mahlzeiten einnehmen. Sie hilft zum Aufbau der Darmflora nach Antibiotikaeinnahme und sie schützt vor hohem Blutdruck.

Wildkraut: Knoblauchsrauke

Knoblauchrauke

 

Beschreibung:
Die Knoblauchsrauke gehört einfach in jeden Frühlingssalat. Auch als Gemüse angerichtet ist sie nicht zu verachten. Sie gibt einem Pesto oder Kräuterbutter und -quark erst den richtigen Pfiff. Von der Knoblauchsrauke werden alle Pflanzenteile verwendet. Die frischen Blüten eignen sich als essbare Dekoration. Die Blätter lassen sich zu Salat oder Gemüse verarbeiten. Die jungen, noch grünen Samen verwertet man als Frischgewürz. Die getrockneten Samen hingegen kann man zu Senf verarbeiten. Die Wurzeln können im Herbst oder im Frühjahr geerntet werden und man macht aus ihnen ein scharfes Gewürz.

Rezepte/Tipps:

Die Knoblauchsrauke ist harntreibend und bringt das Immunsystem auf Trab. Die gequetschten Blätter helfen als Auflage bei Insektenstichen und Brennnesselquaddeln und lindern den Juckreiz. In der Volksmedizin wird die Knoblauchsrauke auch bei Asthma oder Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

  • Smoothie
    In einem grünen Smoothie mit Wildkräutern Ihrer Wahl darf die Knoblauchsrauke nicht fehlen. Sie gibt dem Smoothie den richtigen Pfiff.
  • Kräuterbutter
    100 g weiche Butter
    3 Handvoll Wildkräuter, z. B. Giersch, Spitzwegerich, Gundermann, Knoblauchsrauke, Labkraut
    1 TL Salz oder Kräutersalz
    Die Kräuter fein wiegen, das Salz gründlich unter die Butter mischen und Kräuter hinzufügen. Die fertige Kräuterbutter entweder mit einem Spritzbeutel in Form spritzen oder in Pralinenformen füllen. Die Butter lässt sich hervorragend einfrieren.

Wildkraut: Weißdorn

 

Beschreibung:
Weißdorn ist als natürliches Herzmittel seit langem bekannt. Besonders hilft er bei altersbedingten Herzbeschwerden. Allerdings setzt die Wirkung erst nach längerer Anwendungszeit ein, dann allerdings ist der Weißdorn sehr überzeugend. Verwendet werden die Blüten, die Blätter und im Herbst die Früchte. Weißdorn wächst an Waldrändern oder auch in offenen Hecken und liebt Sonne.

Rezepte/Tipps:

Der Weißdorn unterstützt das geschwächte Altersherz und lindert Druck- und Beklemmungsgefühl in der Herzgegend. Es wurden außerdem positive Wirkungen bei Nieren- und Blasenbeschwerden sowie bei Stress in jeglicher Form verzeichnet. Im Mai werden die Blüten, die Blätter von Mai bis Juni und die Früchte zwischen August und September gesammelt.

  • Tinktur aus Weißdornblüten
    Frische Blüten in ein Schraubdeckelglas füllen, mit 40%igem Alkohol auffüllen. Darauf achten, dass alle Blüten mit Flüssigkeit bedeckt sind. Nach 4 Wochen kann der Ansatz gefiltert und in dunkle Flaschen gefüllt werden. Die Tinktur wirkt kreislaufanregend, kräftigend und sie fördert die gute Durchblutung der Herzmuskulatur.
  • Herzelixier
    Ca. eine Hand voll Weißdornblüten und Weißdornblätter mit einigen Melissenblättern in ein Schraubdeckelglas füllen und mit Honig und einem Liter Rotwein übergießen. Der Herzwein ist nach 3 Wochen genügend ausgezogen und kann gefiltert werden. Zur allgemeinen Herzkräftigung abend ein Gläschen Herzwein genießen.
  • Weißdorn-Herztropfen
    Ein Schraubdeckelglas hälftig mit frischen Weißdornblüten und -blättern auffüllen und gut andrücken. Dann mit 40%igem Alkohol übergießen, bis alles gut bedeckt ist. Das verschlossene Glas kommt an einen hellen Platz und wird regelmäßig vorsichtig geschüttelt, so dass sich die Inhaltsstoffe gut verteilen können. Am Ende der Auszugszeit filtern und in Tropfflaschen füllen. Die Dosis beträgt 3 mal täglich 10 – 15 Tropfen mit Wasser verdünnt.

Wildkraut: Johanniskraut

Johanniskraut

Beschreibung:

Johanniskraut blüht zur Zeit der Sonnenwende, also zwischen dem 21.06. und 24.06. und wird dann auch idealerweise geerntet. Früher galt es als Zauberpflanze, die Unheil abwenden konnte. Über die Tür gehängt oder auf die Fensterbank gelegt wirkt es auch heute noch gegen böse Geister.

Die Blüten können sehr gut als Salatdeko verwendet werden, einige Blättchen als Würzkraut, das allerdings sehr herb ist.

Der Ölauszug wird zur Wundbehandlung und gegen Schmerzen eingesetzt.

Als Tee oder auch als Tinktur wird das Johanniskraut vor allem gegen Stimmungsschwankungen in der Menopause.

 

Rezepte/Tipps:

Johanniskrautöl

Blüten im Mörser zerstoßen und mit Olivenöl ansetzen. Die Mischung 6 Wochen an einen sonnigen Platz stellen und täglich gut durchschütteln.

Sobald das Öl eine kräftige rote Farbe angenommen hat, seiht man es ab und füllt es in dunkle Flaschen um.

Rotöl hilft bei Sonnenbrand und bei Muskelkater.

Johanniskrauttinktur

Ein Schraubdeckelglas halbvoll mit Blüten und Kraut füllen. Danach mit 38%igem Alkohol aufgießen, bis alle Kräuter bedeckt sind. Das Ganze ca. 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Nach der Wartezeit wird die Tinktur gefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt. Flasche mit Inhalt und Datum etikettieren.

Achtung!

Bei Verwendung von Johanniskrautprodukten wird die Lichtempfindlichkeit gesteigert. Bitte auf erhöhten Sonnenschutz achten.

Wildkraut: Gundermann

 

Gundermann

 

Beschreibung:
Der gewöhnliche Gundermann hat ein herbes Aroma, das an Thymian und Minze erinnert. Er wird auch als Soldatenpetersilie bezeichnet. Sein Name stammt von dem alten Wort „Gund“, das Eiter bedeutet. Schon durch die Bezeichnung kann man auf die Verwendung schließen: Gundermann ist vor allem für schlecht heilende Wunden ein Segen. Die jungen Blätter, Triebe und Blüten passen gut in Salate, Suppen, Kräuterquark oder Mehlspeisen. Der Gundermann kann als Gewürz verwendet werden. Man verarbeitet ihn zu Salben und Tinkturen. Die Blüten können als essbare Dekoration Salate und  Süßspeisen verzieren. Auch als Kräuteröl oder -Essig sowie als Kräuerlikör kann Gundermann angesetzt werden.

Gundermann hilft bei Appetitlosigkeit, Durchfällen und bei Erkrankungen der Atemwege.

Rezepte/Tipps:

  •  Gundermann-After-eight
    Backpapier ausbreiten und die Blätter mit Stiel darauf verteilen.
    Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und die Blättchen damit auf der oben liegenden Seite bestreichen.
    Nach dem Trocknen auch die Rückseite bestreichen.
    Bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren. Köstlich!
  • Gundermann-Tee
    2 EL Gundermann-Kraut (frisch oder getrocknet) mit
    500 ml kochendem Wasser übergießen
    10 Minuten abgedeckt ziehen lassen
    2 Tassen täglich davon trinken
  • Gundermann-Salbe
    2 Hand von Gundermann
    110 ml natives Olivenöl
    10 g Lanolin (nimmt die wasserhaltigen Inhaltsstoffe auf)
    4 g Bienenwachs
    Gundermannblätter von den Stängeln zupfen und in einen kleinen Topf geben. Das Öl und das Lanolin hinzufügen. Bei geringer Hitze ca. 30 Minuten sanft köcheln lassen. Den Ansatz etwas abkühlen lassen und filtern. 100 ml abmessen und den Bienenwachs hinzugeben. Wenn der Wachs nicht schmilzt, kurz im Wasserbad erwärmen. Jetzt die noch flüssige Salbe in eine Salbenkruke einfüllen und im Kühlschrank aushärten lassen. Die Salbe wird bei Hautentzündungen, Ekzemen und zur Wundheilung eingesetzt. Sie hält sich mehrere Monate.

Wildkraut: Nachtkerze

Beschreibung:
Von der Nachtkerze finden alle Pflanzenteile Verwendung, also Blätter, Blüten, Samen und Wurzeln. Nachtkerzenöl findet sich heute in vielen Kosmetika, da es eine beruhigende Wirkung auf die Haut hat. Die getrockneten Blätter werden zu Tee aufgebrüht. Der Tee kann auch für Kompressen genutzt werden, um Juckreiz zu lindern. Die Wurzel ist ein hervorragendes Gemüse, das Stärke verleiht. Es erinnert an Schwarzwurzeln. Es hilft nach Krankheiten bei der Genesung. Die Nachtkerze öffnet ihre Blüten in den Abendstunden und sie werden von Nachtfaltern besucht.

Rezepte/Tipps:

Die Blüten der Nachtkerze helfen bei der Wundheilung von schlecht heilenden Wunden. Die Samen der Nachtkerze enthalten wichtige Gamma-Linolensäure, die heute in vielen Antifaltencrèmes zu finden ist.

  • Jeder Salat wird durch die Zugabe von Nachtkerzen-Blüten nicht nur optisch aufgewertet.
  • Die reifen Samen der Nachtkerze können aus den Kapseln ausgeschüttelt werden. Auf einem Backpapier getrocknet ergänzen sie im Winter Müslis und Salate.
  • In jedem Garten ist die Nachtkerze eine Bereicherung mit ihren großen Blüten, die an ein  Feuerwerk erinnern. Viele Insekten besuchen die Nachtkerzen gerne.

Wildkraut: Nelkenwurz

 

 

Beschreibung:
Nelkenwurz kann man fast überall finden. Es kann sowohl in der Küche eingesetzt werden und auch als Heilkraut verwendet werden. Da die Blätter fast das ganze Jahr über grün sind, dienen sie uns als frische Vitaminquelle. Die  Wurzeln haben ein kräftiges Nelkenaroma und können genauso wie Gewürznelken kräftige Speisen verfeinern.

Rezepte/Tipps:

Nelkenwurz kann sehr vielseitig eingesetzt werden.

  • Tee
    Ein Esslöffel frische oder getrocknete Wurzel wird mit 250 ml kaltem Wasser aufgesetzt und zum kochen gebracht. Von der Herdplatte nehmen und fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen. Nelkenwurz-Tee hilft bei Durchfall und Bauchkrämpfen und steigert das allgemeine Wohlbefinden.
  • Tinktur
    Die Tinktur wird ebenfalls aus der Wurzel zubereitet. Die Tinktur ist hilfreich bei allen Entzündungen im Mund, wie Zahnfleischentzündung oder Parodontose. Die Tinktur tupft man direkt auf die betroffenen Stellen. Ein Schraubdeckelglas mit der sauberen Wurzel befüllen, mit Wodka übergießen, so dass alles gut mit Flüssigkeit bedeckt ist. Den Ansatz an einen warmen Platz stellen und während der Ziehzeit täglich schütteln. Der Ansatz ist nach zwei Wochen fertig, kann abgeseiht und in dunkle Tropffläschchen gefüllt werden.
  • Mundwasser
    Eine frische Wurzel über Nacht in ein Glas mit kaltem Wasser legen. Am Morgen sorgt Gurgeln für frischen Atem.

Wildkraut: Hagebutten

Beschreibung:
Auch wenn die Verarbeitung der Hagebutten nichts für Ungeduldige ist, so lohnt sich der Einsatz doch. Unter den heimischen Früchten hat die Hagebutte den höchsten Vitamin-C-Gehalt. Die Früchte können zu Mus oder Fruchtaufstrich verarbeitet werden. Getrocknet werden sie für Tee genutzt.

Rezepte/Tipps:
Hagebutten sollten immer in vollreifem Zustand gesammelt werden. Die Hagebuttenkerne müssen entfernt werden. Die entkernten Früchte vor der Weiterverarbeitung gründlich waschen, damit die winzigen Härchen entfernt werden.

  • Hagebutten-Marmelade
    500 g entkernte Hagebutten
    Saft von einer viertel Zitrone
    125 ml Wasser
    250 g Gelierzucker 2:1
    Die entkernten Hagebutten zusammen mit Wasser und Zitronensaft gute fünf Minuten kochen. Danach mit einem Pürierstab zerkleinern. Anschließend den Gelierzucker untergeben und weitere fünf Minuten unter ständigem Rühren kochen. Marmelade in Schraubdeckelgläser füllen und verschließen.
  • Tee
    Für Tee werden die entkernten Früchte getrocknet. Sie sollten in einem trockenen Raum auf Backpapier ausgebreitet werden. Wichtig ist, dass sie regelmäßig gewendet werden. Wenn die Früchte durch und durch trocken sind, in einem Schraubdeckelglas aufbewahren.
    Einen Esslöffel getrocknete Früchte mit heißem Wasser übergießen, ziehen lassen und danach genießen.

Wildkraut: Vogelmiere

Beschreibung:

Die Vogelmiere kann sowohl als Salat als auch als Gemüse verzehrt werden. Sie ist vitamin- und mineralstoffreich und überaus gesund. Der Kopfsalat versinkt neben der Vogelmiere in Bedeutungslosigkeit, denn sie enthält siebenmal so viel Eisen und achtmal so viel Vitamin C. Da das feine nussige Aroma beim Kochen zerstört wird, sollte die Vogelmiere besser roh verwendet werden.

Das zarte Pflänzchen entwickelt aus sämtlichen Blüten Samen, wenn keine Insekten sie besucht haben dann durch Selbstbestäubung. Eine einzige Pflanze kann über 10.000 Samen hervorbringen. Diese keimen schnell und überall.


Rezepte/Tipps:

Vogelmiere schmeckt hervorragend als Salat. Auch in Kräuterquark oder Kräuterbutter entfaltet das leicht mais- oder erbsenartige Aroma einen wunderbaren Geschmack.

Die Blätter können auch zu einem Kräuterpesto verarbeitet werden. Besonders interessant ist eine Kombination von Vogelmiere mit Giersch und Brennnesseln.

  • Als Heilkraut spielt die Vogelmiere eine eher untergeordnete Rolle. Doch einige wertvolle Inhaltsstoffe helfen bei Erkältungskrankheiten oder bei schlecht heilenden Wunden.
  • 2 bis 3 Teelöffel frische Vogelmiereblätter mit250 ml heißem Wasserüberbrühen und zugedeckt ca. 10 Minuten ziehen lassen. Den Tee zwei- bis dreimal täglich in kleinen Schlucken trinken.

Wildkraut: Franzosenkraut

Beschreibung:

Obwohl der Name anderes vortäuscht, stammt das Franzosenkraut aus Südamerika. Seefahrer brachten das Franzosenkraut im 18. Jahrhundert mit nach Europa. In London wurde es 1776 gepflanzt und schon 22 Jahre später fand man das Knopfkraut in Paris und in Madrid. Heute ist das Kraut über die ganze Erde verteilt zu finden. Das Franzosenkraut bereicherte den Küchenplan als Salat oder Gemüse und diente den Gärtnern als Gründünger.

Ob die Franzosen tatsächlich für die schnelle Verbreitung des Knopfkrauts verantwortlich waren, ist nicht zweifelsfrei erwiesen. Auch der Name „Knopfkraut“ unterstellt die Verbreitung durch die Franzosen, denn die kleinen gelben Blütenköpfchen mit den dreilappigen weißen Blütenzungen erinnern an die Knöpfe an den französischen Uniformen. Kurios ist, dass die Pflanze in Frankreich „Russenkraut“ heißt.


Rezepte/Tipps:

Nudeln mit Franzosenkraut

  • Lieblingsnudeln nach Angaben auf der Packung zubereiten.Für die Soße:2 Schalotten und2 Knoblauchzehen fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten500 g Franzosenkraut fein schneiden und zusammen mit100 g getrockneten Tomaten zu den Zwiebeln gebenDie Soße mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, Salz und Thymian abschmecken und mit einem Becher Sahne ablöschen und leicht einkochen lassen.Fertige Soße über die Nudeln geben und mit ein paar Blüten garnieren.Als Heilkraut zeigt das Franzosenkraut eine entzündungshemmende Wirkung. Auch die Nutzung zur Wundheilung ist bekannt. Blutstillende Wirkung entfaltet das zerstampfte Kraut, das auf die frische Wunde aufgelegt wird. Außerdem wird dem Knopfkraut eine Blutdruck senkende Wirkung nachgesagt.